Der Rettungshund

Seriöse Rettungshundearbeit erfordert ein hohes Maß an Sachkompetenz bezüglich der Ausbildung von Rettungshundeteams und der Organisation von Einsätzen. Verantwortliche in den rettungshundeführenden Einsatzorganisationen stützen ihr Ausbildungskonzept auf ein geregeltes und regelmäßiges Training. Angebotene Kurzlehrgänge sind kritisch dahingehend zu prüfen, ob sie als Teil der Ausbildung z.B. dem Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen dienen (und insofern nicht frei zugänglich sind, sondern die Mitgliedschaft in einer dieser Organisationen voraussetzen) oder ob sie als eigenständige Kurse eine vollständige Qualifikation vortäuschen wollen.
“[...] Bleiben diese ‘Rettungshunde’ der Stolz ihrer Besitzer und an der Leine, so sei der menschlichen Eitelkeit Genüge getan. Man kann aber vor auf diese Art ‘ausgebildeten’ Teams im Einsatz nicht nachhaltig genug warnen. Der Ernstfall mit all seinen Belastungen und Anforderungen würde solche Hunde und ihre Führer hoffnungslos überfordern. Sie würden mehr schaden als nutzen. [...]“
(Wegmann, Angela / Heines, Wilfried: Such und Hilf! 1. Auflage, Mürlenbach / Eifel. Kynos, 1989, S. 33.)
Trümmereinsatz am 17-22/08/1999,
Adapazari / Gölcük (Türkei):
Die 1. Rettungshundestaffel Berlin nutzt die Erfahrungen aus ihrer 13jährigen Historie.
Der Rettungshundeführer
Wer ernsthaft an Rettungshundearbeit interessiert ist, wird sich sehr bald – idealerweise vor Anschaffung des Vierbeiners – die Frage stellen, welcher Hund für diese Aufgabe geeignet ist. Mindestens genauso wichtig, aber sehr viel häufiger außer acht gelassen, sind die Voraussetzungen, die der Hundeführer mitbringen muß, der sich mit seinem Hund freiwillig zur Hilfeleistung verplichtet und dennoch nie als Amateur eine Hilfe sein kann. Schon sehr früh war klar:
“[...] der Hundeführer [...] muß gesund und körperlich fit sein, gutes Einfühlungsvermögen zum Tier und Teamgeist besitzen. Labile, leicht erregbare und allzu ehrgeizige Hundeführer sind ungeeignet. [...] Die Ausbildung kann man ja noch als Hobby ansehen, die Einsätze dagegen sind keines mehr.”
(Karnath, Marie-Luise: Der Rettungshund. Reutlingen. Oertel + Spörer, 1983, S. 19.)
Trümmereinsatz am 04/08/1998, 12163 Berlin-Steglitz, Lepsiusstr. 57: Auch körperliche Strapazen wie das Abtragen von Trümmern per Hand gehören zu den Aufgaben eines Rettungshundeführers.
Der Rettungshund
Geeignet als Rettungshund ist grundsätzlich jeder im Umgang mit seiner Umwelt sichere und dem Menschen gegenüber aufgeschlossene Hund. Daß die bei internationalen Zusammenkünften zu sehenden Hunde dennoch meistens von einigen wenigen Rassen abstammen, ist kein Widerspruch, sondern sie bewähren sich, gerade indem sie zeigen, daß sie freudig und gemeinsam mit dem Menschen arbeiten wollen.Diese Rassen sind in der Rassenstatistik nach der FCI-Nomenklatur zusammengefaßt.
Internationale Trainingswoche unter Leitung der REDOG in Genf (CH)
Schon im Welpenalter kann der Hund an seine künftige Aufgabe herangeführt werden, wenn dabei seine psychischen und physischen Entwicklungsschritte berücksichtigt werden. Deshalb ist es sinnvoll, das Training in der Rettungshundeorganisation so früh wie möglich aufzunehmen. Ist der Hund zu Beginn der RH-Ausbildung schon ausgewachsen, dann sollte er möglichst die grundlegenden Gehorsamsübungen beherrschen, die für die Kommunikation eines RH-Führers mit seinem RH unerläßlich sind.Einen Richtwert, bis in welches Alter ein Rettungshund durchschnittlich einsatzfähig gehalten werden kann, zeigt die Altersverteilung von Rettungshunden bei internationalen Leistungsprüfungen.